Gesellschaft
Gesundheitswesen
Die gesetzliche Krankenversicherung ist unter dem Namen Medicare bekannt und erhebt einen Beitrag von 1,5% des
steuerpflichtigen Einkommens der Berechtigten. Wer kein Einkommen hat oder von Arbeitslosengeld oder Staatsrente lebt,
erhält freie Mitgliedschaft.
Dadurch, daß die Leistungen unabhängig vom entrichteten Satz sind, ist eine weitgehende soziale Gerechtigkeit im
Gesundheitswesen gewährleistet.
Medicare zahlt 85% der Kosten für medizinische Leistungen, wobei ein festgelegter Gebührensatz der Berechnung
zugrunde leigt. Krankenhausbehandlungen werden voll übernommen, sofern sie durch von Medicare zugelassene Ärzte
erbracht werden. Die verbleibenden Beträge müssen bis zu einer Höhe von 253 AU$ jährlich vom Patienten
oder der gemeinsam versicherten Familie selber bezahlt werden. Wird dieser Betrag überschritten, brauchen normalerweise
keine weiteren Eigenleistungen erbracht werden.
Eine Behandlung durch nicht zugelassene Ärzte wird nur zu 75% erstattet. Für die restlichen 25% oder auch für
Kosten, die Medicare generell nicht übernimmt, kann eine Privatversicherung abgeschlossen werden. Eine derartige
Zusatzversicherung ist ratsam, da Medicare z.B. nicht für Zahnbehandlungen (außer Operationen im
Krankenhaus) und Zahnersatz sowie für Brillen aufkommt.
Verschreibungspflichtige Medikamente werden vom Staat subventioniert und kosten üblicherweise nicht mehr als 16,80 AU$.
Wer 600 AU$ für Medikamente im Jahr ausgegeben hat, zahlt nur noch 2,70 AU$ für jedes weitere Mittel.
Gesundheitsberatungsstellen des Staates wie die Familienplanungsstelle werden von der Bundesregierung unterstützt und
sind kostenlos.
Eine australische Besonderheit stellt der "Royal Flying Doctor Service" dar. Er wurde 1928 von Reverend John Flynn
gegründet, um entlegene Gebiete ärztlich zu versorgen. In der Anfangszeit betreuten nur zwei Ärzte per
Flugzeug das Northern Territory und Western Australia. Heute operiert diese gemeinnützige Organisation mit 33
Flugzeugen von 14 Basen aus und versorgt die außerhalb der ballungsgebiete liegenden Regionen des ganzen Kontinents.
Den größten Anteil der Patienten stellen die Aborigines.
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