Geologie Australiens
Großtektonischer Rahmen
Der Großkontinent Gondwana war natürlich kein von der Schöpfung vorgegebenes Gebilde. Er mußte sich
erst aus Krustenteilen und Faltengürteln im Laufe der Erdgeschichte zusammengefügen. Dieser Prozeß der
Akkretion vollzog sich
während des Proterozoikums und
des Paläozoikums, doch
keineswegs unter einheitlichen Streßfeldern. Während z.B. entlang der "pazifischen" Seite Gondwanas noch
bis in die Trias hinein neue
Krustenteile an Gondwana angelagert wurden, bedingten Dehnungsprozesse entlang der Tethys zugewandten Seite bereits im
Perm die Entwicklung von
Gräben, die tief in den Mega-Kontinent einschnitten (z.B. West-australischer Trog).
So besteht denn auch Australien aus einem Mosaik diverser kratonischer Krustenteile, überwiegend präkambrischen
Alters, die durch Faltengürtel, ebenso präkambrischen
oder paläozoischen Alters,
miteinander verschweißt sind. Jüngere, vor allem jung-paläozoische
und mesozoische Gesteine haben nur
entlang dem Ostrand des Kontinents Anteil am gefalteten Terrain. Ansonsten finden sie sich, gemeinsam mit känozoischen
Ablagerungen, vorwiegend in wenig deformierten, intrakratonischen
Senkungsstrukturen (z.B. Translationsbecken) oder, vor allem seit der jüngeren Kreide,
in perikratonischen Becken.
Der geologische Bau des australischen Kontinents läßt im wesentlichen vier großtektonische Einheiten
erkennen. Diese umfassen:
1) das südwestliche Kratogen, mit seinen Auflagen von jüngeren Sedimentbecken;
2) den nord-australischen Schild, wiederum mit seinen Becken;
3) die trans-australische Faltungszone, eine submobile Beckenzone zwischen 1) und 2);
4) die Tasman-Geosynklinale (Faltengürtel) am Ostrand des Kontinents.

Umrisse der großtektonischen Einheiten Australiens
Diese vier Einheiten bilden den kratonischen
Rahmen des australischen Kontinents, auf dem unterschiedliche sedimentäre Decken präkambrischer
und phanerozoischer
Epikontinentalbecken
aufliegen.
Quelle:

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