Geographie
Australien läßt sich in drei Großgebiete unterteilen: das westliche Tafelland, die Senke im mittleren Teil und das
Hochland im Osten.
Das westliche Tafelland entstand im Präkambrium (3,8 Mrd. bis 700 Mio. Jahren) und gehört damit zu den ältesten
Gesteinsformationen unserer Erde. Das gebiet ist hügelig mit Erhebungen, die selten mehr als 1.000 m erreichen. Es
erstreckt sich von der westküste bis über mahr als die Hälfte des Kontinents. Die großen Wüsten und
Steppengebiete des Landes liegen in diesem Bereich.
Insbesondere der östliche Teil des Mittelaustralischen Senke war während des gesamten Mesozoikums (vor 245 -
65 Mio. Jahren) also für fast 200 Mio. Jahre, von Norden her vom Meer überflutet. Es bildete sich eine bis zu
600 m dicke Sedimentschicht aus Ablagerungen, die - nachdem sich der Meeresspiegel wieder abgesenkt hat - zu einer
wasserundurchlässigen Decke über über einer wasserführenden Schicht wurde. Erst darunter folgt der Fels,
der für das Wasser ebenfalls undurchlässig ist.
Aus den Bergen im Nordosten kommt, vor allem über das längste Flußsystem, den Murry Darling, Regenwasser
geflossen. Bevor es verdunsten kann, versickert es sehr schnell und sehr tief im Sand der Simpsonwüste, der im Lauf der
Jahrmillionen hier durch Erosion abgelagert wurde und gelangt seitlich unter die Sedimentplatte und damit in die
wasserführende Schicht darunter. Es sammelt sich hier zu riesigen Wasserreservoiresn, artesische Becken genannt. Das
Wasser steht der großen Tiefe wegen unter hohem Druck, so daß es an manchen Stellen wie ein Springbrunnen an die
Oberfläche schießt. An anderen Stellen wird es durch windgetriebene Pumpen zur Bewässerung an die
Oberfäche befördert. Falls es hierfür zu salzig ist, leistet es als Viehtränke immer noch wertvolle
Dienste.
Das Hochland im Osten wird von dem ca. 3.200 km langen Great Diving Range gebildet. Hier liegen die höchsten Berge
Australiens, z.B. der über 2.200 m hohe Mt. Kosciusko. Der Gebirgszug erweist sich als Wetterscheide zwischen einem
ca. 150 km breiten Küstenstreifen un der Mittelaustralischen Senke. Die vom Meer kommenden Regenwolken regnen vor dem
Gebirge ab und machen das Küstengebiet zu einer besonders fruchtbaren Anbaufläche, was natürlich auch zur
Ansiedlung von Städten geführt hat.
Auf der westlichen Seite des Gebirgszuges verdunstet der verbleibende Niederschlag von jährlich nur durchschnittlich 465
mm. Der Dürreeffekt wird durch die nun trockenen Ostwinde noch verstärkt. Ungefär ein Drittel des tropischen
und subtropischen Kernlandes ist deshalb Halbwüste und sogar zwei Drittel des Kontinents zählen zum sogenannten
Outback, einer karg mit Spinifexgras und Buschwerk bewachsenen Landschaft.
Neben dem Great Diving Range gibt es keine weiteren klimabeeinflussenden Gebirge. Die Hälfte der Landoberfläche liegt unterhalb
von 300 m, nur etwa 5% liegen über 600 m hoch. Zum trockensten bewohnten Kontinent der Erde wird Australien also dadurch,
das es der niedrigste ist.
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